Gesundheit mit Weitblick

Was ist Osteopathie

Der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917) gilt als Gründer der osteopathischen Medizin. Am 2.6. 1874 fand Still für seine Version der medizinischen Tätigkeit einen Namen: OSTEOPATHIE.

Der Begriff setzt sich aus dem griechischen Osteon = Knochen und Pathos = Leiden zusammen.

Still begründete dies mit der Auffassung, dass jedes Leiden vom Knochen ausgeht. A.T. Still behandelte daher primär nur das knöcherne Skelett, womit er die Osteopathie ausgehend von seinen hervorragenden Anatomiekenntnissen entwickelte.

Ein Schüler Stills – John Martin Littlejohn (1865-1947)- entwickelte die Osteopathie anhand weiterer biomechanischen Grundlagen weiter:

Ergänzend hinzu kam die Erkenntnis, dass Krankheiten/Funktionsstörungen nicht nur vom Muskel-Skelettsystem, sondern auch von vielen anderen Strukturen des Körpers, vor allem die des inneren Organsystems, ausgehen können.

Eine weitere prägende Persönlichkeit der Osteopathie war William Garner Sutherland (1873-1954)- er entwickelte die Cranio-Sacrale Osteopathie, welche unter Anderem die Beweglichkeit der Schädelknochen, der Hirn-und Rückenmarkshäute, des Kreuzbeins sowie die Zirkulation von Hirn- und Nervenwasser in ein physiologisches Konzept integrierte.

Somit setzt sich die Osteopathie aus den 3 großen Säulen

  • parietale (Muskel, Knochen, Bänder,…..) Osteopathie
  • viscerale (Organe) Osteopathie
  • cranio-sacrale (System Schädel-Kreuzbein, verbunden durch die Hirn- und Rückenmarkshaut) Osteopathie

zusammen.

Wirkungsweise der Osteopathie

In jedem dieser 3 Bereiche müssen die jeweiligen Bestandteile eine ausreichende Beweglichkeit haben, zusätzlich muss ein harmonisches Gleichgewicht dieser Bereiche bestehen.

Wird Bewegung verhindert oder kann nicht richtig ausgeführt werden, so kommt es zu Funktionsbeeinträchtigungen, woraus wiederum strukturelle Krankheiten resultieren können.

Diese Krankheiten können im Bewegungsapparat, in den inneren Organen sowie im Schädel-Hirn-, und Rückenmarksbereich auftreten.

Auslöser für beschwerdeauslösende Dysbalancen können vielfältig sein: Entzündungen im Körper, Unfälle, Fehlbelastungen/-haltungen, falsche Lebensgewohnheiten, psychische Belastungen etc. können durch anhaltenden Einfluss auf das innere Gleichgewicht Beschwerden auslösen.

„ Leben ist Bewegung und wird Bewegung verhindert, macht sich Krankheit breit“ A.T. Still

Die Osteopathie basiert auf folgenden Prinzipien:

Struktur bedingt die Funktion und umgekehrt: Eine Fehlfunktion verursacht auf Dauer eine strukturelle Veränderung (z.B. Bandscheibenschaden, Arthrose) und eine strukturelle Veränderung (z.B. Knochenfehlstellung nach Unfall) verändert die Funktion.
Arteria rule: für das optimale Funktionieren des Körpers ist ein guter Transport von Nähr- und Abfallstoffen wichtig; eine gute Zirkulation wird benötigt.
Autokorrektur = Selbstheilungskräfte des Körpers; der Körper wird durch Urkräfte immer versuchen, sich selbst zu helfen
Holismus = „ der Körper ist eine Einheit“; alles im Körper, sowohl positiv als auch negativ, steht miteinander in Verbindung und kann so einander beeinflussen.
(„Find it, fix it and leave it alone“)
„Finde die Läsion, korrigiere sie und lasse der Läsion ihren Lauf“ A.T. Still

Ein wichtiger Grundsatz der Osteopathie besagt, dass Probleme nicht dort auftreten müssen, wo sie entstanden sind, weiterhin muss das Ausmaß der Beschwerden keinen Bezug zum Auslöser haben.

Die folgende Grafik zeigt in einer einfachen Übersicht wichtige Einflussfaktoren auf unseren Körper:

Aus dieser Darstellung lässt sich folgern, dass der Patient auch Eigenverantwortung zum Prozess seiner Genesung bzw. zur Verbesserung seiner Beschwerden übernehmen muss.

Wenn äußere Lebensumstände einen Genesungsprozess negativ beeinflussen, kann, sofern diese nicht korrigiert werden, über eine alleinige osteopathische Behandlung keine Verbesserung erzielt werden.

Wenn Sie denken, in einem anderen Bereich ihres Lebens durch zusätzliche Probleme belastet zu sein, sprechen Sie mich bitte an, so können wir gemeinsam ein Konzept erstellen. Ich werde Ihnen ggf. kompetente Fachkräfte empfehlen.

Auch in der Osteopathie gibt es jedoch Grenzen. So kann ich keine Heilungsversprechen geben. Dies wäre unseriös und wiederspricht auch der osteopathischen Philosophie, welche die Selbstheilungskräfte des Organismus betont.

So sieht sich der Osteopath nicht als „Heilender“, sondern lediglich als Impulsgeber der Selbstheilung. Allerdings sind auch hier bei strukturellen Schäden (z.B. Knorpelabbau bei Arthrose) Grenzen gesetzt. Es ist jedoch möglich, ihnen ggfs. durch Korrektur der begleitenden funktionellen Störungen Linderung zu verschaffen.

Rein funktionelle Störungen können im Allgemeinen gut behandelt werden, wodurch auch ein gesundheitspräventiver Ansatz zur Verbesserung der weiteren Lebensqualität verfolgt wird.
Ablauf einer Behandlung

Beim ersten Termin wird eine ausführliche Anamnese erstellt. Diese dient zum einen dazu, erste Hinweise auf Störungen /Erkrankungen zu bekommen, zum anderen erhalte ich hierdurch Hinweise auf mögliche Krankheiten, welche einer ärztlichen Abklärung bedürfen könnten.

Nach der Anamnese erfolgen Inspektion und Untersuchung des gesamten Körpers. In diesem Rahmen werden sog. Safety-Tests durchgeführt, wodurch eventuelle Risiken der osteopathischen Behandlung so gering wie möglich gehalten werden.

Durch diese Maßnahmen ist eine gezielte, individuell auf Sie abgestimmte Therapie möglich.

Indikationen einer osteopathischen Behandlung
  • Problemen im Bereich des Bewegungsapparates (Gelenk- und Rückenprobleme)
  • Funktionelle Organbeschwerden
  • Gynäkologische Beschwerden
  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Störungen im Hals-Nasen-Ohren- und Kieferbereich (z.B. Tinnitus, Kieferknacken, etc.)
  • Nach Schwangerschaft
  • Prävention

u.v.m.

Wenn Sie wissen wollen, ob Ihnen eine osteopathische Behandlung helfen könnte, rufen Sie bitte an oder senden Sie mir eine E-mail.